Brief der Solidarität an die iranischen Streikenden

Liebe Mitstreiter/innen,

seit den ersten Tagen eures Hungerstreiks verfolgen wir, eine antirassistische Gruppe aus Heidelberg, euren politischen Kampf gegen das rassistische Lagerregime in Deutschland.Wir möchten euch zu Anfang unseres Briefes unsere volle Unterstützung und Solidarität zukommen lassen. Ihr fordert die Anerkennung als politische Flüchtlinge. Für uns liegt es auf der Hand und bedarf keiner weiteren Erklärung, euch diese Anerkennung zuzugestehen – als Menschen, die aus einem Land geflohen sind, in dem die Verfolgung und Hinrichtung von Regimegegner/innen und Unangepassten an der Tagesordnung stehen. Als antirassistisch arbeitende Gruppe haben wir feststellen müssen, dass eure Erfahrung, eure Lebenssituation leider im ganzen Bundesgebiet von Menschen geteilt wird: die rassistische Behandlung von Asylbewerber/innen durch deutsche Gesetze sowie ausführende Ämter findet überall statt. Diese strukturelle Demütigung wird von der Mehrheit der Bevölkerung, wenn überhaupt wahrgenommen, billigend toleriert oder erfährt offenen Zuspruch. Auch in Baden-Württemberg, wo wir mit Bewohner/innen von Lagern politisch zusammen arbeiten und gegen die diskriminierenden Lebensbedingungen kämpfen, werden Menschen, die Zuflucht suchen, systematisch ausgegrenzt, diskriminiert und psychisch krank gemacht. Euren Protest gegen die unmenschlichen Lagerbedingungen, gegen die rassistischen Gesetze in diesem Land unterstützen wir gänzlich, ob er sich nun gegen die Residenzpflicht oder Essenspakte, jahrelanges Warten beim Asylverfahren oder die menschenverachtende Unterbringung in Sammellagern richtet. Wir fordern eure Anerkennung als politische Flüchtlinge! Wir fordern das Bleiberecht für alle ein! Und wir fordern die Abschaffung von Lagern und von unmenschlichen Lebensbedingungen von Asylbewerber/innen! Wir wünschen euch viel Kraft und Mut in eurem weiteren Kampf. Wir werden euren Protest weiterhin verfolgen und hoffen auf stetig wachsende Unterstützung für euch.

Solidarische Grüße, von Aufgetaucht! – Initiative gegen die Illegalisierung von Migrant/innen e.V.